Designstudie Akkuschrauber Produktdesign Industrial

Designstudie Akkuschrauber

Akkuschrauber für Mann und Frau

Durch ein intelligentes Gleichteilkonzept können bei einem Akkuschrauber bis zu 80% der Werkzeugkosten eingespart werden

Mit dieser Designstudie für einen Akkuschrauber wollen wir zeigen wie man modernen Lifestyle und effizientes Engineering vereinen kann. Unser Ziel: Die unterschiedlichen ästhetischen und symbolischen Ansprüche von Mann und Frau mit augenscheinlich zwei Produkten gezielt zu bedienen. Gleichzeitig soll durch eine möglichst hohe Gleichteilquote für maximale Synergieeffekte gesorgt werden, um so Werkzeugkosten für den Hersteller zu minimieren.


Designstudie Akkuschrauber Produktdesign Industrial Female

Der Akkuschrauber für die Frau


Designs von Werkzeugen im Baumarkt haben sich zwar in den letzten Jahren stark verändert und werden -wie in eigentlich allen Produktkategorien- sich verändernden Sehgewohnheiten ständig angepasst. Die Tatsache fortschreitender Gleichberechtigung und zunehmender Singlehaushalte scheint jedoch weitestgehend ignoriert zu werden. Warum sehen denn Basiswerkzeuge wie Akkuschrauber oder Bohrmaschinen immer noch aus, als würden sie ausschließlich von männlichen Benutzern bedient? Parallel kann doch eine Entwicklung beobachtet werden, dass unisex positionierte Produkte weitestgehend der Vergangenheit angehören und sowohl Männer als auch Frauen gezielt visuell und funktional bedient werden müssen. Allein das Wachstum des Kosmetikmarkts für Männer oder die veränderte Positionierung von bestimmten Automodellen in den letzten fünf Jahren ist der beste Beweis.

Designstudie Akkuschrauber Produktdesign Industrial Male

Der Akkuschrauber für den Mann

Kostenersparnis durch Synergien


Um dem Problem eines hohen Investitionsrisikos für einen rein weiblich positionierten Akkuschrauber entgegen zu wirken, haben wir von der ersten Skizze an auf das Prinzip der Gleichteilnutzung gesetzt. Im Automobildesign ist das Prinzip “Teilebaukasten” oder “Plattformdenken” seit über 15 Jahren bekannt. Wichtig bei einem solchen Projekt ist, sich von Anfang an bewußt darüber zu werden, was genau bei einem Produkt zum differenzierten Erscheinungsbild für Männer und Frauen beiträgt. Für den Akkuschrauber definierten wir den Griff, der faktisch -aber auch optisch und symbolisch- als Hebel wirkt und so je nach Ausprägung für unterschiedliche Produktassoziationen sorgt: So erscheint das Werkzeug für die weibliche Zielgruppe zierlicher und handlicher, während die Proportionen des männlichen Pendants mehr Kraftübertragung visualisieren.

Unterstützt wird die geschlechtsspezifische Zielgruppenansprache durch die Oberflächenstruktur und natürlich die Farben des griffsympathischen, weichen Kunststoffes (TPE-Elastomer). Während bei der männlichen Ausführung technische Linien auf moderne Performance hinweisen, übertragen von modischen, weiblichen Accessoirs inspirierte Oberflächenmuster typische Sehgewohnheiten auf das speziell für Frauen konzipierte Produktdesign. Zusammen mit dem Farbkonzept entsteht ein für die Kategorie “Werkzeug” überraschend feminines Produktbild, das am POS deutliche Signale sendet.

Designstudie Akkuschrauber Produktdesign Industrial Skizzen

Design visualisiert Dynamik und Präzision


Weil die Grundtonalität der beiden Geräte sehr unterschiedlich wirkt überrascht es durchaus, dass bis auf das Griffteil und den Akku alle Bauteile der beiden Geräte identisch konzipiert sind. Dies betrifft alle technischen und somit entwicklungsintensiven Komponenten wie Motor, Getriebe oder auch die drucksensible Auslöseelektronik, die im Bohrfutter integriert ist. Formal trägt das Produktdesign auf Gleichteilebene dazu bei, beide Geräte modern, reduziert und hochwertig erscheinen zu lassen.